Bikekitchen Augsburg

Wir lieben Fahrräder

Zwei Bikekitchen-Sommer und was so alles passiert ist

Unsere Erfahrungen der ersten beiden Sommer sind positiv: die Gäste sind nett, die Spenden decken die Kosten und die Bikekitchen wächst. Seit Mai 2011 gibt es die Augsburger Bikekitchen. Schon die ersten Monate waren ein schöner Erfolg. Seit Herbst 2011 machen wir wöchentlich am Donnerstagabend und am 1. Freitag im Monat ab Nachmittag auf. Wie es uns dabei ergangen ist, wollen wir hier erzählen.

Fahrradkultur:

Wir haben das Gefühl, die Fahrradkultur in Augsburg spürbar zu fördern – so wie wir uns das gewünscht haben.

Wir haben mit der Bikekitchen schon viel erlebt. Unser Blog www.bikekitchenaugsburg.wordpress.com bietet ein spannendes Archiv für alle Ereignisse und Aktivitäten: Fahrradveranstaltungen, Fahrrad-Eigenbauten, das Augsburger Bikepolo-Team, Werkstattberichte, Lastentransporte, tolle Fotos und viele Medienbeiträge über die BK.

Werkstatt:

20-30 Gäste kommen mit ihren Rädern pro Abend in den warmen Sommermonaten.Die Bikekitchen lebt auf recht kleinem Raum: 25 Quadratmeter Werkstatt mit drei Montageplätzen.  Viele Gäste schrauben deshalb draußen an der frischen Luft. Das klappt sehr gut. Der ein oder andere Anwohner hat etwas gegen den Trubel, aber wir machen keinen wesentlichen Lärm und hinterlassen keine Spuren. Deshalb bitten wir weiterhin um Akzeptanz.

Wir freuen uns riesig und genießen die vielen glücklichen und zufriedenen Gäste. Wir arbeiten ständig daran, die Bikekitchen mit neuen Regalen, Sortierungen und Werkzeugaufbewahrungen zu optimieren. Damit wir mit dem vorhandenen Raum auskommen.

Wir sind inzwischen gut ausgestattet: viele Verbrauchsteile, z.B. Ketten oder Bremsbeläge, haben wir wahlweise gebraucht oder als Neuteile da. Die Ersatzteile sind in der Regel zweite Hand: dafür zerlegen wir regelmäßig – mit großem Aufwand – Fahrräder, die uns gespendet werden. Sofern sie nicht mehr mit sinnvollem Aufwand reparierbar sind. Andere richten wir her und geben sie gegen Spende wieder ab. Bei gesuchten gebrauchten Teilen wie Kettenblättern oder kompletten Hinterrädern schwankt der Bestand. Schutzbleche, Lenker und Gepäckträger sind immer genug da.

Viele Freunde machen mit bei der Organisation der Bikekitchen, damit sie funktioniert – und viele Gäste helfen sich gegenseitig beim reparieren, weil sie Freude daran haben. Zwei Augsburger Fahrradhändler, Bäuml und Dynamo, unterstützen uns mit Materialspenden, Empfehlungen und beim Teilekauf. Vielen Dank dafür.

Was wir nicht sind:

Manchmal müssen wir auch Anliegen unserer Gäste ablehnen. Welche Themen das betrifft, ist ganz einfach beschreibbar. Und zwar in dem, was wir nicht sind:

  • wir sind keine normale Werkstatt, in die man sein Fahrrad zur Reparatur bringen kann. Jeder Gast repariert sein Fahrrad selbst, wir geben Tipps und eine helfende Hand.
  • wir sind kein Fahrradteileladen. Wir verkaufen weder gebrauchte noch neue Teile an Passanten, auch wenn der Weg zum Händler weit ist oder er vielleicht schon zu hat. Alle Teile sind für unsere Gäste da, die bei uns schrauben.
  • wir sind keine Profis. Wir wissen und können nicht alles. Wir haben nicht immer eine Lösung. Jeder von uns hat andere Lieblingsbereiche. Wenn der Schaltungsexperte nicht da ist, kann der Lichtspezialist nur bedingt helfen.
  • wir arbeiten ehrenamtlich. Wenn zu viele Gäste zu viel Hilfe gleichzeitig erwarten, erlauben wir uns, um Geduld zu bitten.

Wir werden regelmäßig darauf hinweisen. Denn nur so funktioniert die Bikekitchen.

Spenden:

Wir bekommen von den meisten Gästen Spenden für die Nutzung der Bikekitchen und der Ersatzteile. Damit sind wir sehr zufrieden. Wir konnten einiges anschaffen, zuletzt einen Gewindeschneider für Innenlager (Tretlager).  Vielen Dank an alle, die uns unterstützen, auch mit Materialspenden oder Mundpropaganda.

Pläne:

Wir machen weiter wie bisher und legen noch `ne Schippe drauf. Die Bikekitchen wird im Winter ohne Unterbrechung wie üblich Donnerstag 18-20 und 1. Freitag im Monat 16-20 Uhr öffnen, ohne Winterpause. Zu vielen Terminen werden wir kochen: das gemeinsame Essen nach Werkstattschluss etabliert sich. Wir werden wieder 2-3 Freakbikes und ein Lastenfahrrad bauen. Darin haben wir schon Erfahrung: das Ergebnis der letzten zwei Jahre sind ein Lastenrad, mehrere Lastenanhänger, zwei Swingbikes und vier Tallbikes. Was machen wir noch? In den Regalen werden wir alle Teile sortieren und ausmisten und die Werkstattausstattung weiter optimieren. Wir werden Fahrräder herrichten, die wir gegen Spende abgeben.

Aufruf:

Fahrt Fahrrad! Genießt es. Es hält schlank und gesund. Es macht Spaß und hat Stil. Macht bei uns mit, wenn ihr Lust habt, euch mehr zu beteiligen. Wir sind offen für Mitmacher.

Eure Bikekitchen.

2 Kommentare

  1. herzlichen Glückwunsch zum 2. herbst eurer bikekitchen. es ist wirklich sehr beachtlich, was ihr ehrenamtlich leistet – das verlangt viel Einsatz und gebürt gehörigen Respekt!

    • Liebe Kirstin,

      vielen Dank für deinen tollen Kommentar. Ich denke bei jeder Ankündigung eurer Green-City-Bikekitchen an euch und daran, mal wieder bei euch vorbeizuschauen, aber es immer ein Donnerstag, ab dem wir selbst aufhaben. Deshalb hoffe ich, dass wir uns vielleicht nächstes Jahr auf einer Veranstaltung sehen.

      Bikekitchens machen einfach Spaß. Wir schaffen es immer wieder, Projekte, die uns Spaß machen und die uns interessieren, zu starten und dann auch fertig zu machen. Weil regelmäßig ein anderer die „Patenschaft“ dafür übernimmt und das vorantreibt. Wir sind inzwischen eine echt tolle Gemeinschaft. Das spornt dann an, das nächste Projekt zu beginnen. Es gibt so viele Inspirationen …

      Nette Grüße
      Stefan

Kommentar verfassen